Philippinen 2015 – paradiesische Inseln

Im November 2015 haben wir sieben der insgesamt mehr als 7000 philippinischen Inseln besucht. Ein kleiner und doch so vielfältiger und wundervoller Einblick in ein oft atemberaubend schönes Land, in dem so viele freundliche Menschen einfach aber dennoch glücklich leben. Vielleicht liegt das an den unfassbar schönen Sonnenuntergängen? Wir haben jedenfalls unseren ersten philippinischen Sonnenuntergang in Coron erlebt und haben uns von da an auf jeden weiteren gefreut. Einfach magisch!

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Busuanga

Von Busuanga Island startete die Tour mit TAO Philippines von Coron nach El Nido. Die einzige Landebahn des kleinen Inselflughafens liegt zwischen Urwald und Kuhweide, mitten im Nirgendwo. Mit einem vollgepackten Shuttlebussen gelangt man von dort günstig und unkompliziert nach Coron City. Auf unserem Transfer verloren wir unterwegs, zum Glück nicht unbemerkt, einen Koffer vom Dach des Busses. Alle Insassen hielten nach den lauten Rufen meiner Sitznachbarin „Stop, Stop, we lost a suitcase“ den Atem an und beteten, dass es nicht ausgerechnet ihren Koffer in die Böschung befördert hatte. Wir hatten Glück, unsere dicken Rucksäcke lagen weit genug unten. Der verlorene Handkoffer gehörte einem Chinesen hinter uns. Nachdem der Koffer gefunden und zurück aufs Dach befördert wurde, kontrollierte unser Fahrer nochmal die Sicherheit unserer Gepäckstücke und als wir etwas langsamer als zuvor weiterfuhren machte sich erleichtertes Lachen und Scherzen im Bus breit. Nur einer konnte nicht mitlachen. Der Chinese hatte wohl Angst, dass sein Kofferinhalt evtl. doch zu Schaden gekommen sein könnte.

Coron

Coron selbst ist keine Schönheit. Es ist ein einfacher Ort mit einem Hafen aber ohne Strand. Das eigentliche Highlight sind die umliegenden Inseln mit ihren kleinen Stränden und wahnsinnig beeindruckenden Felsformationen sowie  die Unterwasserwelt mit farbenfrohen Korallenriffen und einigen Schiffswracks, die Taucher und Schnorchler gleichermaßen entzücken. Von Coron aus starten täglich viele Inseltouren und Tauchausflüge, für die man nicht mal tief in die Tasche greifen muss. Ein Halbtagestripp mit zwei Tauchgängen und inklusive Mittagessen ist schon für ca. 45€ pro Person zu haben.

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Mit Tao von Busuanga nach Palawan

Wann immer wir gefragt werden, was uns auf den Philippinen am besten gefallen hat, antworten wir, ohne auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken, „die Tour mit Tao Philippines“. Darauf hatten wir uns schon Wochen vorher wie verrückt gefreut und wurden nicht enttäuscht. Im Gegenteil: Nicht selten mussten wir uns gegenseitig kneifen, um doch noch mal gegenzuchecken, ob das was wir erleben wirklich real ist. Viele Orte, Strände, Ausblicke, Situationen, Essen, Gespräche, …, all das und insbesondere die Kombination aus allem machen die Tour mit Tao Philippines zu viel mehr als einem großen Abenteuer. Von diesen fünf Tagen werden wir ganz sicher auch unseren Enkelkindern noch erzählen. Aber von Anfang an …

Als ich meiner Kollegin im Büro davon berichtete, dass unser nächster Urlaub auf die Philippinen gehen soll, erzählte sie mir von der Tour mit Tao Philippines. Erst war ich skeptisch, denn Schlafen in einfachen Hütten, 5 Tage ohne richtige Dusche, tagelang auf einem Boot unterwegs sein… Das klang für mich erst einmal nicht gerade nach einem Traumurlaub. Als ich dann aber die Webseite von Tao gesehen habe, war ich sofort Feuer und Flamme. Schaut sie euch an, dann werdet ihr es verstehen. Wir haben uns noch in derselben Woche zur Tour angemeldet.

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Gemeinsam mit 17 weiteren Teilnehmern starteten wir am 16.11. zur Tour von Coron nach El Nido. Bereits einen Abend zuvor haben wir eine kurze Einführung im Tao Office bekommen. Dort hatten wir auch Gelegenheit die anderen Teilnehmer (aus Schweden, Großbritannien, Österreich, Kanada, Frankreich, Kolumbien, den Niederlanden und Deutschland) kennenzulernen und unsere erste Dosis, des später legendären Sundownders oder „Magic Juice“, wie unsere Gruppe ihn taufte, verabreicht zu bekommen. Dabei handelt es sich um eine garantierte euphorisierende Mischung aus 50 % Ananassaft und 50 % Rum.

Als es am nächsten Morgen endlich losging, gab es erst mal eine herzliche Begrüßung von unserem Guide Joy und ihrem Team auf der Aurora Una, unserem Zuhause für die kommenden fünf Tage. Nach einer kurzen Fahrt gab es Frühstück. Es war das erste von vielen ausnahmslos großartigen Essen, die Küchenchef Aldren und sein Auszubildender Urix für uns zubereiteten. Richtig hungrig warren wir die ganze Zeit über nicht, denn neben den köstlichen Hauptmahlzeiten gab es sowohl vormittags als auch nachmittags immer leckere Snacks. Mein absolutes Snack-Highlight gab es bereits am ersten Nachmittag. Wir hatten das Glück einen kleinen Thunfisch zu fangen, der sofort zu Sashimi verarbeitet wurde.
Wer sagt, dass die Philippinen kulinarisch nichts zu bieten haben, der sollte definitiv eine Tour mit Tao machen. Im ganzen Urlaub habe ich nicht mehr so lecker und trotzdem gesund gegessen. Eine philippinische Spezialität sind zum Beispiel Frikadellen aus kleingehackten Bananenblüten – Ein Traum, sag ich euch!

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breakfast

Tagsüber hatten wir auf dem Boot viel Zeit die schöne Aussicht zu genießen, die anderen Gruppenmitglieder besser kennenzulernen, zu lesen, Hörbuch zu hören oder einfach nur zu entspannen. An Deck der Aurora Una gab es sowohl reichlich Sitzgelegenheiten für alle, als auch einen Bereich mit Matratzen und Kissen, wo man sich hinlegen konnte. Das war natürlich mein Lieblingsspot 🙂
Zwischendurch hielten wir an verschiedenen Riffen um zu schnorcheln. Die Unterwasserwelt zwischen Coron und El Nido ist einfach WOW! Die Korallenriffe und ihre Bewohner sind bunt und zahlreich: Anemonen, Clownfische, knallbunte Muscheln, Seesterne, Schildkröten, Papageienfische … Es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken.

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Übernachtet haben wir in vier verschiedenen Tao-Basecamps. Die Crew hatte für alle Teilnehmer Moskitonetze, Matratzen und Bettwäsche dabei und baute uns jeden Abend unsere Betten in den kleinen Strandhütten auf. Es gibt keine richtigen Duschen in den Camps, aber immer mindestens einen Waschraum, in dem eine große Tonne mit frischem Wasser und einer Schöpfkelle bereit steht. Toiletten gibt es natürlich auch, eben nur keine Klospülung. Stattdessen spült man mit einem Eimer Wasser nach. Alles überhaupt kein Problem und es ist wirklich immer sauber. Mit Ausnahme der ersten Insel hatten wir sogar jeden Abend Strom und somit auch elektrisches Licht. Nur mit den Fackeln beleuchtet, war es auf der ersten Insel aber am gemütlichsten und sehr romantisch.

erste Übernachtung bei unserer Tao Tour

In jedem Camp gab es mindestens eine Besonderheit. An unserem ersten Abend war es ein Lagerfeuer und Glühwürmchen. In der zweiten Nacht wurden wir mit einer Karaoke-Party im Dorf neben dem Camp überrascht. Die dritte Nacht verbrachten wir auf der Tao-Farm. Dort werden alle Tao-Teammitglieder ausgebildet. Es gibt einen großen Garten, viele Tiere, eine Küche usw.
Außerdem duschen hier ausnahmsweise alle zusammen an der großen Waschstelle am Brunnen hinter dem Dorf mit selbst hergestellter Bio-Seife von Tao. Am Abend gab es hier sogar noch kostenlose Massagen am Strand. Die letzte Nacht verbrachten wir auf einer urigen Insel mit einem kleinen Strand direkt am Dschungel. Wir ergatterten die beste Hütte, zu der man zwar etwas den Hügel hinauf klettern musste, dafür aber am nächsten Morgen mit einer grandiosen Aussicht aufs Meer belohnt wurde.

Ich bin unglaublich froh und dankbar, dass ich Teil dieser großartigen Tour sein durfte. Tao bietet die Möglichkeit die Philippinen und ihre atemberaubende Natur abseits vom Touristentrubel und klassischem Inselhopping kennenzulernen. Trotz starken Wachstums und zu nehmender Nachfrage sind sie dabei immer bemüht nachhaltig zu handeln und sowohl die Umwelt als auch die Bewohner in der Region so gut es geht zu schützen und zu unterstützen.

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Wir hatten in diesen fünf Tagen unzählige Wow-Momente und das ist nicht zuletzt all denen zu verdanken, die mit uns auf der Aurora Una unterwegs waren.Ihr überlegt, ob ihr auch eure Koffer packen und zur Tour mit Tao aufbrechen sollt? Worauf wartet ihr? Diese Chance solltet ihr euch definitiv nicht entgehen lassen!

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Palawan

Nach der 5-Tages Tour mit Tao war El Nido unser nächster Stop. „Das Nest“, wie der Ort von Kalksteinfelsen umringte Ort übersetzt heisst, liegt im Norden der Insel Palawan, im Südwesten der Philippinen. In Reiseführern wird El Nido selbst als wenig attraktiv und überlaufen beschrieben. Oft wird der Eindruck vermittelt, der Ort sei nur als Ausgangspunkt für Islandhoppingtouren ins Bacuit Archipel zu empfehlen. Nach diversen Ankündigungen dieser Art war ich von El Nido positiv überrascht. Der Ort hat durchaus Flair, es gibt nette Bars, einige, auch für Backpacker bezahlbare,  gute Unterkünfte wie bspw. das Spin Hostel (unfassbar gutes Frühstück für ein Hostel), schöne Strände in der direkten Umgebung und seit kurzem sogar einen ATM (bisher musste man zum Geld abheben in die 5 Auto-Stunden entfernte Inselhauptstadt Puerto Princesa).

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Im Nachhinein wären wir gerne noch länger in El Nido geblieben, aber es standen ja noch einge Stops auf dem Plan und so ging es bereits nach zwei Tagen weiter nach Puerto Princesa. Die Fahrt dorthin war angenehmer als befürchtet. Wir hatten vorab schon Warnungen über schlechte Straßenverhältnisse und rasante Fahrstile bekommen. Unser Fahrer war relativ entspannt und bis auf einige kleinere Baustellen waren die Straßen in relativ gutem Zustand. Dennoch muss man für die Strecke 5-6 Stunden einplanen.
Puerto Princesa ist kein Ort für längere Aufenthalte. Es ist praktisch für einen Ausflug zum Underground River in Sabang und um dann am Folgetag den Flieger von dort aus zu nehmen. Ggf. würde ich aber  sogar empfehlen von El Nido aus weiter zu reisen. Mittlerweile gibt es diverse Flug-Angebote direkt aus El Nido, die nicht mehr unnbedingt viel teurer sind als eine Fahrt plus Flug aus Puerto Princesa.
Der Undergroundriver in Sabang (etwa 1,5 Stunden Fahrt von Puerto Princesa) ist defintiv beeindruckend. Allerdings überwiegt der positive Eindruck des UNECO Weltnatrurerbes die massenweise anreisenden Touristen, langen Wartezeiten und die Fahrt dorthin leider kaum.

Underground River Sabang

Bohol

Bohol stand als erstes als eines unserer Ziele auf den Philippinen fest. Dort gibt es nämlich direkt zwei Highlights zu sehen, die wir auf keinen Fall verpassen wollten: ein Tarsier Sanctuary (Koboldmakis)  und die Chocolate Hills. Beides haben wir bei einem Tagesausflug mit dem Roller erkundet. Dazu sind wir gleich nach dem Frühstück von Alona Beach auf Panglao Island, wo unser Hotel lag und welches durch eine kurze Brücke mit der Hauptinsel Bohol verbunden ist, ins Inselinnere nach Carmen aufgebrochen, wo sich die Chocolate Hills befinden. Wir waren dadurch schon früh auf dem Aussichtshügel und konnten den faszinierenden Blick über die Hügellandschaft ohne all zu viel Touri-Andrang genießen. Die seltsam geformten Hügel haben ihren Namen übrigens, weil das Gras darüber sich in der Trockenzeit braun verfärbt und sie dadurch aussehen wie leckere Schoko-Hügel. Bei unserem Besuch waren die Hügel aber eher saftig grün wie Broccoli Hills 😉

Chocolate Hills Bohol, Philippinen

Da es nach dem Besuch der Chocolate Hills noch sehr früh war, entschlossen wir uns die Umgebung zu erkunden, etwas zu essen und dann noch am Nachmittag zu den Kobaldmakis zu fahren. Die Suche nach einer guten Einkehrmöglichkeit für das Mittagessen gestaltete sich allerdings schwierig. In den paar kleinen Orten, die wir durchquerten, schien es zumindest entlang der Hauptstraßen keine Restaurants zu geben. Also fragten wir einen Einheimischen, wo wir etwas essen könnten. Hilfsbereit wie fast alle Philippinos schwang dieser sich kurzerhand auf seinen Roller und bat uns ihm zu folgen. Er führte uns in einen Hinterhof mit einer Reihe von einfachen kantinenartigen Restaurants. Ich muss zugeben, ich war erstmal sehr skeptisch, vor allem weil ich das Gefühl hatte, dass fast alle in der „Fressmeile“ uns komisch anstarrten oder sogar auslachten. Wir fühlten uns ziemlich deplatziert, aber der Hunger siegte und so wählten wir eines der kleinen Restaurants und bestellten etwas Reis und wählten aus den vielen bereitstehenden Töpfen eines der Gerichte, das am ehesten für Vegetarier geeignet zu sein schien. Kurz darauf setzte sich ein netter Mann zu uns an den Tisch und wir kamen ins Gespräch. Er sprach im Gegensatz zu den meisten anderen in dem Hinterhof ein wenig Englisch und erklärte uns, dass die Menschen hier uns keineswegs auslachten. Sie freuten sich einfach Touristen hier zu haben. Die meisten anderen Ausländer fahren nicht weiter als bis zu den Chocolate Hills, wodurch sich in den Ort nur selten Touristen verirren, geschweige denn hier im Restaurant zu Mittag essen. Jetzt verstanden wir auch, warum uns nahezu alle Leute, sowohl Schulkinder als auch Alte, an denen wir vorbei fuhren seitdem wir Carmen hinter uns gelassen hatten, aus/anlachten und uns nicht selten sogar laut „Hi“ zuriefen und winkten. Bis dahin hatten wir vermutet, dass es vor allem daran liegen musste, dass wir für deren Empfinden irgendwie besonders lustig aussehen auf dem kleinen Motorroller.

roller

Reisfelder auf Bohol

Auf Bohol gibt es zwei Orte, an denen man auch tagsüber Koboldmakis sehen kann (die kleinen Kerlchen sind nämlich nachtaktiv). Wir haben uns für das Philippine Tarsier Sanctuary bei Corella entschieden. Dort sitzen die Koboldmakis im großen Freigehege versteckt auf den Bäumen und können nur durch die Hilfe der Guides gefunden werden, die die Besucher in kleinen Gruppen zu den verschiedenen Verstecken führen. Es gibt ein weiteres Sanctuary in Loboc. Es liegt auf dem Weg zu den Chocolate Hills, wurde uns aber vorab als weniger tierfreundlich beschrieben, weswegen wir den Umweg zum Sanctuary in Corella gerne in Kauf genommen haben, um die kleinsten Primaten der Welt in möglichst natürlicher Umgebung zu sehen. Die Straße von Bilar nach Corella entpuppte sich außerdem als landschaftlich besonders schön, weshalb sich der Umweg gleich doppelt lohnte.

Koboldmaki

 

Siquijor

Als letzten Stop unserer Reise hatten wir Siquijor ausgewählt. Die kleine Insel liegt gleich neben Bohol und gehört ebenfalls zu den Visayas. Von Tagbilaran, der Hauptstadt Bohols aus, gelangt man mit der Fähre über Dumaguete in ca. 3 Stunden nach Siquijor Stadt. Wir hatten vorab noch keine Unterkunft gebucht und fuhren daher gleich nach unserer Ankunft Richtung San Juan. Die Hotelsuche gestaltete sich leider etwas schwierig, weil gerade eine Hilfsorganisation zwei der von uns angepeilten Hotels komplett besetzte, ein weiteres Hotel sich als völlig überteuert entpuppte und zwei andere, bei denen wir spontan unser Glück versuchten, erst ab dem nächsten Tag wieder Zimmer anbieten konnten. Kurz befürchteten wir, dass wir die Nacht in einer Hängematte am Strand verbringen müssen. Zum Glück fanden wir auf Empfehlung noch eine sehr schöne Unterkunft. „The Danish Lagoon“ lag zwar etwas über unserem Budget, bot dafür aber einen super Ausblick von den Veranden der kleinen Hütten, die auf den Felsen oberhalb von Solangon Beach liegen. Perfekt für den gerade einsetzenden Sonnenuntergang.

The Danish Lagoon

Am nächsten Tag zogen wir um zu „White Villas“, einem sehr schönen, neuen Hotel mit ein paar Zimmern direkt am ruhigen Solangon Beach. Inklusive Frühstück passte der Preis des schönsten Zimmers mit Meerblick gerade noch so in unser Budget. Von dort aus erkundeten wir die Insel mit einem Motorroller, den wir direkt im Hotel mieteten. Siquijor ist recht klein, sodass man die gesamte Insel leicht an einem Tag umrunden kann. Mein absolutes Highlight bei unserer Inseltour war der Fish-Spa am alten Balete Baum. Erst pickst und kitzelt es furchtbar, wenn man die Füße ins Wasserbecken steckt, aber dann wird die Arbeit der kleinen und großen Knabberfische immer angenehmer – Keine Angst vor den größeren Fischen, ihr Knabbern ist viel angenehmer, als das der kleinen Spa-Mitarbeiter.

Fishspa Siquijor
Die Cangu-Wasserfälle sind ebenfalls einen Besuch wert. Dort kann man mit einer frischen Kokosnuss entspannen, mit einer Liane ins Wasser schwingen, unter den Wasserfällen hindurch schwimmen und sich im kühlen Wasser erfrischen. Den von vielen Inselbewohnern angepriesenen Salagbdoong Beach im Osten Siquijors kann man sich allerdings sparen. Dort gibt es nur einen von Beton umrundeten Strand inmitten eines heruntergekommen alten Hotelkomplexes zu sehen.

Wasserfälle Siquijor

Wir wollten nach dem ernüchternden Besuch am Solagdoong Beach noch die restliche Insel umrunden, als der Roller vor Larena plötzlich fürchterlich ins schlittern geriet (natürlich genau auf der gegenüberliegenden Inselseite von Solangon, wo unser Hotel lag und wo wir den Roller gemietet hatten). Wir konnten zum Glück vorsichtig bremsen und so einen Unfall vermeiden, mussten dann jedoch feststellen, dass der Hinterreifen des Rollers komplett platt war. Hilflos suchten wir entlang der Straße nach einer Möglichkeit das Hotel zu kontaktieren, damit man uns und den beschädigten Roller einsammeln könnte. Natürlich hatten wir die Nummer nicht notiert und wollten nur ungern ein Vermögen bezahlen, damit wir uns ohne lokale Sim-Karte ins Internet einloggen und nach der Nummer suchen könnten. Also fragten wir bei den Anwohnern an der Straße nach Hilfe und wurden dann sogar ein paar Häuser zu jemandem geschickt, der den Reifen evtl. reparieren konnte.

Richie legte kurzerhand den vollkommen zerfetzten Schlauch unseres Hinterreifens frei und bot an mit meinem Freund nach Larena zu fahren und einen Ersatzschlauch zu besorgen. Als dieser beim Befüllen mit Luft (Richie hatte verrückterweise einen Kompressor im Wohnzimmer stehen) ebenfalls zerplatzte wiederholte sich das Spiel und etwa zwei Stunden nach unserem Unfall saßen wir tatsächlich wieder auf dem nun reparierten Roller und fuhren zurück zum Hotel, um den Mitarbeitern dort den zerfledderten Schlauch des Hinterrads zu präsentieren. Einfach großartig wie unkompliziert und schnell Richie und seine Nachbarn uns geholfen haben. Ich mag die Story trotz des Schreckens, als der Roller plötzlich nur noch schlitterte, weil sie zeigt, wie hilfsbereit und freundlich die Philippinos sind.

Richie hat den Roller repariert

Eine weitere sehr liebenswerte Besonderheit der Philippinos ist ihre Freude am Karaoke. Selbst ihre Mittagspause nutzen viele für ein kleines Liedchen in einer Bar und es ist vollkommen normal, wenn eine Gruppe Männer sich abends zum Biertrinken trifft und unter anderem Schnulzen wie Lionel Richies „I just called to say I love you“ zum Besten gibt. Wenn dann noch ein paar Deutsche vorbei kommen und ein bisschen mitsingen wollen, werden sie herzlich empfangen und auf einen Drink eingeladen. „It´s more fun in the Philippines“  <3

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